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Scarabbaeinae

»I remember when in Good Success Bay in
Tierra del Fuego, thinking that I could not
employ my life better than in adding a little
to natural science«
Charles Darwin (1809 - 1882)

Die Biologen Prof. Dr. Hermann Levinson (Dr.rer.nat.1959) und Dr. Anna Levinson (Dr.rer.nat.1971) forschen seit 1971 am Max-Planck-Institut für Verhaltensphysiologie in Seewiesen (Oberbayern) über die Sinnes-und Ernährungsphysiologie verschiedener Insekten- und Milbenarten sowie vorrangig über die Wirkungsweise fraß- und paarungsanregender Reizstoffe (Kairomone und Pheromone). Sie beschäftigen sich auch mit der Erarbeitung neuer, umweltfreundlicher Strategien zur Eindämmung von Schädlingspopulationen mit Hilfe von Insektistasis und Akaristasis.

Zu den bedeutendsten Leistungen der beiden Forscher gehört die Entdeckung des unverzichtbaren Bakterienbedarfs bei der Ernährung von Fliegenlarven, der - von Mikroorganismen gelieferten - Vitamine des B-Komplexes sowie Cholesterin, die für die präimaginale Entwicklung der Mehlmilbe (Acarus siro, Acaridae), des Speckkäfers (Dermestes maculatus, Dermestidae) und der Stubenfliege (Musca domestica, Cyclorrhapha) unentbehrliche Nährstoffe sind, die Umwandlung mancher Phytosterine in Zoosterine (mittels Reduktion der Seitenkette) in den Larven phytophager Insektengattungen, Aufklärung der Wirkungsweise von Juvenilhormon und hormonähnlichen Stoffen sowie phylogenetischer Zusammenhänge zwischen terpenoiden Pheromonen und steroiden Hormonen. Daneben entdeckten sie den Feinbau und die Wirkungsweise von Pheromondrüsen einiger Käfer - und Fruchtfliegenarten (vorwiegend Anobiidae, Dermestidae und Tephritidae) und isolierten Sexual-und Aggregationslockstoffe aus vorratsschädlichen Insektenarten, um sie schließlich zur Eindämmung deren dichter Populationen in verschiedenen Speicherbiotopen einzusetzen. Sie entwickelten auch handliche Pheromonfallen für die Erkennung der Befallsgröße und den Massenfang der vorratsschädlichen Khaprakäfer (Trogoderma granarium), Tabakkäfer (Lasioderma serricorne) und Speichermottenarten (Anagasta, Cadra, Ephestia und Plodia spp.), die routinemäßig von industriellen Firmen hergestellt und weltweit vertrieben werden.

Außerdem widmen sich die beiden Biologen der Erforschung kulturgeschichtlicher Aspekte der Biologie, insbesondere der komplizierten Zusammenhänge zwischen Entomologie und altägyptischer Religion. Sie gewannen grundlegende Erkenntnisse über die Einführung der langfristigen Nahrungsmittelspeicherung und Schädlingsabwehr im orientalischen und klassischen Altertum sowie über die Anfänge der idolatrischen Insektenverehrung im alten Ägypten.

Hermann und Anna Levinson sind ökophysiologisch und kulturgeschichtlich interessierte Biologen, die vorwiegend über Hundertfüsser, Insekten und Spinnentiere sowie über die Menschen des alten Orients forschen. Außerdem beschäftigen sie sich mit altägyptischer Folkloristik, Kultur und Literatur. Sie sind langjährige Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für allgemeine und angewandte Entomologie (DGaaE) sowie der Münchner Entomologischen Gesellschaft (MEG). H.L. ist Fellow des Institute of Biology, der Royal Entomological Society (Großbritannien), der New York Academy of Sciences (USA) und ist Mitherausgeber des Anzeiger für Schädlingskunde (Berlin).

Ihre Leistungen und Veröffentlichungen erhielten weltweit Anerkennung und mehrere ihrer Befunde wurden mit internationalen Preisen, wie bspw. dem Sir Simon Marx Award (London 196O), der Medaille des Korea Institute of Science (Seoul 198O) und dem Sigillo d'Oro (Piacenza 1992) ausgezeichnet.

Danksagung

Anna und Hermann Levinson

Unsere Forschungsarbeiten haben uns viel Freude und eine unvergeßliche Zeit beschert, die zumeist unter einem günstigen Stern stand. Besonderer Dank gebührt all' unseren Kollegen am Max-Planck-Institut für Verhaltensphysiologie in Seewiesen sowie an der Zoologischen Staatssammlung in München für das gute Einvernehmen und die vielen anregenden Fachgespräche, die während der vergangenen drei Jahrzehnte stattfanden.

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Kontakt: levinson@orn.mpg.de | Impressum